Wissenswertes

Wissenswertes rund um den Nagel

Der Nagel wächst kontinuierlich während des ganzen Lebens, sofern nicht krankhafte Einwirkungen dieses verhindern. Dabei nimmt das Wachstum mit zunehmenden Alter ab. Das durchschnittliche Wachstum eines Nagels liegt bei knapp 3 mm im Monat oder 2,5 cm im Jahr. Neben Durchblutung, Ernährung und Belastung hat auch die Jahreszeit einen Einfluss auf das Wachstum. Im Sommer wächst der Nagel fast 20% schneller. Während einer Schwangerschaft nimmt das Nagelwachstum während des 4. bis 8. Monats um 3% zu, ab dem 9. Monat bis zur Entbindung steigt das Nagelwachstum noch einmal um 20%, 2 bis 3 Wochen nach der Entbindung fällt die Wachstumsrate wieder zurück. Auch das Alter beeinflusst die Wachstumsrate. Der Wachstumsgipfel liegt im Alter zwischen 10 und 14 Jahren und sinkt langsam ab dem 20. Lebensjahr. Nägelkauen, versehentlicher Schaden oder Verlust bewirkt, dass die Nagelplatte schneller wächst. Die Nagelplatten der Männer wachsen schneller als bei Frauen, besonders auf der dominierenden Hand.

Viele Menschen glauben, dass bestimmte Nahrung (Gelatine oder spezielle Cremes und Öle) die Wachstumsrate steigern. Dies ist unwahr. Obwohl die Nagelplatte bestimmte Nährstoffe für korrektes Wachstum erfordert, gibt es keine Beweise, dass besondere Nahrung das Nagelwachstum anregt.

Cremes, Öle und Lotionen werden manchmal als "Wachstumsbeschleuniger" verkauft. Diese Behauptungen sind unberechtigt, irreführend und illegal! Kein kosmetisches Produkt kann behaupten, dass es eine Körperfunktion ändert. Diese Produkte und andere Kosmetika sind nur verschönernd, nicht heilend. Nur medizinische Medikamente können solche Behauptungen aufstellen.

Allgemeines

Die Nägel sind "Verlängerungen" der Haut. Sie bestehen aus harten verhornten Zellen der Oberhaut. Deshalb sagt man auch, der Nagel gehört zu den Anhangsgebilden der Haut. Sie sind Schutz für die Fingerkuppe, die über ca. 3.400 Nervenenden verfügt. Durch die Nagelplatte wird ein Gegendruck erzeugt, der den Tastsinn erhöht.

Der Nagel atmet nicht, sondern ist von der Blutzirkulation abhängig, darum können sich falsche oder einseitige Ernährung, Krankheiten, hormonelle Veränderungen (z.B. Schwangerschaft) u.v.m. bei den Nägeln bemerkbar machen.

  • Freiliegendes Nagelende

Dies ist der Teil des Nagels, der über die Fingerkuppe hinausragt und nicht am Nagelbett haftet.

  • Nagelplatte

Sie ist mit dem Nagelbett durch die Nagelwurzel verbunden und kann durch eine Krafteinwirkung aus dem Nagelbett gelöst werden. Die Nagelplatte besteht aus drei Hornschichten, wobei jede Schicht eine eigene Zellstruktur besitzt. Die obere Schicht ist die härteste und schützt das gesamte Nagelbett vor Umwelteinflüssen. Die mittlere Schicht besteht aus Keratin, ist weitaus weicher und verbindet sich mit der oberen Schicht. Die unterste Keratinschicht ist sehr weich und von unten betrachtet sehr empfindlich.

  • Nagelbett

Es liegt direkt unter der Nagelplatte und ist fest mit deren untersten Schicht verbunden. Das Bindegewebe enthält viele empfindliche Nervenenden, die der Tastfunktion dienen. Eine reiche Blutzufuhr im Gewebe gibt dem Nagel seine rosa Farbe. Zum Schutz des Nagelbettes dient am Übergang zum freien Nagelende ein feines Häutchen.

  • Nagelwall und Nagelfalz

Hautfalte die seitlich und hinten den Nagel umrahmt und durch die Einstülpung zur Nagelplatte hin seitlich den Nagelfalz und zur Nagelwurzel (Matrix) hin die 5 mm tiefe Nagelfalte bildet.

  • Halbmond (Lunula)

Die Lunula ist der sichtbare Teil der Nagelwurzel und erscheint weiß, weil das durchscheinende Nagelbett an dieser Stelle verdeckt ist. Ob man den hellen Halbmond sieht, ist von der Struktur und der Größe der Nagelwurzel abhängig.

  • Nagelhaut

Ist ein Teil der vom Nagelwall gebildeten Nagelfalte die auf den Nagel überlappt und die Nagelwurzel bedeckt. Sie soll die Nagelwurzel vor Bakterien schützen. Um Verletzungen und daraus entstehende Entzündungen zu vermeiden, welche die Nagelwurzel angreifen können, soll die Nagelhaut nie geschnitten werden.

  • Nagelwurzel (Matrix)

Die Matrix produziert die Zellen, die die Nagelplatte formen. Die Größe und Form der Matrix bestimmen die Dicke und Breite der Nagelplatte. Je breiter die Matrix, desto breiter sind die Nägel und je länger die Matrix, desto dicker sind die Nägel. Jede Verletzung der Matrix kann permanente Missbildungen der Nagelplatte oder einen vollständigen Wachstumsstopp zur Folge haben.

Was Fingernägel uns verraten

Fingernägel sind nicht einfach nur Schmuck. Neben einer natürlichen Schutzfunktion der Finger können die Nägel uns auch etwas über unseren Gesundheitszustand erzählen. Risse, Rillen oder brüchige Ränder können auf Mangelzustände oder Krankheiten hinweisen.

  • Längsrillen

Treten mit zunehmendem Alter auf und sind in der Regel harmlos.

  • Querwellen

Deuten auf Eisen- oder Biotinmangel hin. Auch Vergiftungen oder Entzündungen von Leber, Nieren, Darm kommen in Frage. Wachsen die Rillen nicht heraus, Arzt konsultieren.

  • Weiße Flecken

Hält man im Volksmund für Calciummangel. Doch die weißen Sprenkel werden in der Regel durch kleine Verletzungen oder Stöße hervorgerufen und sind harmlos.

  • Grübchen

Stecknadelgroße Eindrücke auf den Nägeln könnten Zeichen für eine beginnende Schuppenflechte sein. Hautarzt aufsuchen.

  • Weiche, brüchige Nägel

Wenn sie nicht durch Chemikalien oder Nagellackentferner hervorgerufen werden, liegt evtl. ein Mangel an Biotin, Eisen, Calcium oder eine Schilddrüsenerkrankung vor.

  • Aufsplitternde Nagelränder

Umwelteinflüsse wie oben. Aber auch Verhornungsstörungen durch Zink und Vitamin-B-Mangel.

  • Löffelnägel

Ist die Nagelplatte löffelartig eingesenkt und vorn nach oben gebogen, besteht Verdacht auf Eisenmangel, Vitamin-C-Mangel, Schilddrüsen- oder Stoffwechselstörungen.

  • Gelbe, krümelige Nägel

Vorsicht, ansteckender Nagelpilz! Unbedingt zum Hautarzt. Denn wird der Nagelpilz nicht mit einem Antipilzmittel behandelt, schreitet die Nagelverfärbung und das Zerfasern der Nagelplatte immer weiter fort.